Polizei

Das Polizeiwesen Italiens ist teilweise militärisch und dadurch auch mehrgliedrig organisiert. Die verschiedenen Polizeiorganisationen unterliegen den einzelnen Ministerien oder den untersten Gebietskörperschaften. Aus Gründen der Tradition wurde dieses althergebrachte System erhalten. Aber auch um in einem Ministerium nicht zuviel polizeiliche Gewalt zu bündeln.

Dem Innenministerium ist auf nationaler Ebene die zivile Polizia di Stato, die so genannte Staatspolizei, unterstellt. Innerhalb der großen Städte übernimmt diese hauptsächlich die polizeilichen Aufgaben. Um den Straßenverkehr kümmert sich auf lokaler Ebene die Polizia Municipale, die so genannte Gemeindepolizei. In Spanien und in Frankreich finden sich vergleichbare Strukturen.

Eine weitere nationale Polizeigruppe ist die Finanz- und Zollpolizei, die Guardia di Finanza. Diese untersteht dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft und ist somit auch zu Bekämpfung der Wirtschaftkriminalität verantwortlich. Zu den weiteren Aufgaben gehören hierbei der Bereich Steuer- und Zollfahndung.

Militär

Die Armee Italiens besteht seit der Abschaffung der Wehrpflicht am 30. Juni 2005 nur noch aus Berufssoldaten und Freiwilligen. Aufgeteilt ist diese Berufsarmee in Teilstreitkräfte wie Carabinieri, Luftwaffe, Heer und Marine. Zu den insgesamt 190.000 dienenden Männern und Frauen zählen auch 110.000 Carabinieri sowie 40.000 zivile Mitarbeiter. Allerdings ist geplant, die Streitkräfte zu verkleinern. Die staatlichen Truppen verteidigen nicht nur die territoriale Integrität des Staatsgebietes, sondern schützen auch die Staatsbürger im Ausland. Ebenso sind sie bei Auslandseinsätzen von italienischen Diplomaten im Einsatz. Unter anderem haben die Streitkräfte ebenfalls den Auftrag, im Rahmen der NATO das euroatlantische Bündnisgebiet zu verteidigen und bei Not- oder Katastrophenfällen zu helfen. Im Verteidigungsfall können die Guardia di Finanzia, die Finanz- und Zollpolizei, sowie die Guardia Costiera, die Küstenwache, dem Verteidigungsministerium unterstellt und bei der Grenz- und Landesverteidigung eingesetzt werden.